Kleinste Teilchen in Bewegung: Der Chemie LK in Bayerns Hauptstadt

Was kann ein Freitag der 13. schon Gutes bringen? Im Falle des Chemie LK´s zum Beispiel eine Stippvisite in München in Eigeninitiative (ohne Zwang und Drängeln, sondern ganz freiwillig) organisiert von unserem Herrn und Meister. Nach einer anstrengenden LK-Woche machten wir uns am 13. März 1998 auf, eine frohe Kunde ins Bayernland zu bringen.

Für nur 206,- stiegen wir gegen 8.30 Uhr in Mannheim in den ICE 997 nach München. Nach einer vergnüglichen Fahrt begaben wir uns sehr optimistisch zunächst zu unserem (vom ADAC empfohlenen) 3-Sterne Hotel „ORLY“. Das Hotel entpuppte sich als Schwachpunkt der Reise,so daß Christoph bereits in der ersten Nacht das Bett zerlegte. Für den dreitägigen Aufenthalt war es allerdings durchaus zu ertragen. Der erste kulturelle Anlaufpunkt waren die Bavaria-Filmstudios, deren Führung (am besten ein Kombi-Ticket für ca. 29,- kaufen) jedem München-Besucher ans Herz gelegt sei. Besonders der selbstgedrehte Film mit Bobby in der Rolle eines Kaktusses im Wilden Westen rechtfertigte den Besuch. Des weiteren empfehlen wir den Einkaufswütigen die Münchner Innenstadt, demjenigen, der etwas für seine Bildung tun will, das „Haus der Kunst“ mit ständig wechselnden Sonderausstellungen und der Staatsgalerie der modernen Kunst (Originale z.B. von Picasso, Beckmann, Moore; Innenstadt / im Englischen Garten an der Prinzregentenstraße). Eher durch Zufall entdeckten wir abends gemeinsam das wohl beste Münchner Wirtshaus, das „Hackerhaus“ (Sendlingerstr.14, U-Bahn-Station Marienplatz oder Sendlinger Tor; reservieren!, Tel: 089/ 2605026). Besondere Empfehlung: Spanferkel mit Kartoffelknödel, sowie Omas Dampfnudel mit Vanillesoße (so gut, dass man sogar davon träumt!). Anlaufstellen für den nächsten Tag waren zunächst die Innenstadt samt Viktualienmarkt (dank unserem engagierten „Leithammel“ beschränkten wir uns auf´s „Hinterhertrotten“) und das Deutsche Museum/ Bereich Chemie, das Alibi, dem wir diese Reise zu verdanken hatten. Für sensationelle 4 DM (Schüler- bzw. Studentenausweis) standen uns sämtliche Bereiche des größten technischen und naturwissenschaftlichen Museums der Welt offen und ein Besuch rentiert sich allemal (Museumsinsel, Isar), auch wenn der Eintrittspreis durch unseren endlosen Chemikalienverbrauch gestiegen sein dürften! Das abendliche gemeinsame Essen , diesmal im „Spöckmeyer“ fiel etwas enttäuschend aus. Hat der „Spöckmeyer“ zwar einen guten Ruf, so waren die Knödel viel kleiner, das Essen insgesamt viel teurer und das Spanferkel (nach Aussagen von Fachleuten) lange nicht so gut wie im Hackerhaus 100m weiter. Nachdem die „Deutsche Telekom“ (alias Hans-Chr.& Christoph) Simon über das Handy erreichte, um abends um acht in urbayrisch aufgekommene Probleme mit seinem Vater zu besprechen, was Simon erst nach einiger Zeit verdächtig vorkam („...Guadn Dohg, hia is die doatsche Delekom...“ - „ äh, hier ischt äh ist der Sohn, äh mein Vater ist im Moment nicht da, das ist nämlich so, ich bin nämlich gerade äh in München... Hans-Christian, bisch Du des?“) zogen wir (noch vollständig) weiter in eine Jazz-Coctail-Bar, in der sich Katrin kostenlos und teilweise ohne zu fragen durch alle Drinks ihrer Mit-LK-ler probierte. Herr Konrad verschwand anschließend in Richtung Hotel um sich die Nacht mit einer Italo-Amerikanerin um die Ohren zu schlagen, die ihn nicht mehr zur Ruhe kommen ließ (Keiner sollte den neuesten Donna-Leon-Krimi anfangen wenn er nicht genau weiß, dass er auch Zeit hat ihn gleich in einem Stück zu Ende zu lesen!). Wir pilgerten weiter, damit Prophet Hoffes nach dem an diesem Abend verlorenen Bayern-Spiel endlich seine Botschaft überbringen konnte. Nach reichlicher Überlegung suchten wir uns zur Verkündigung einen Ort aus, der voll war von wahrhaft sturzbetrunkenen Sündern, die es zu bekehren galt: das Münchner Hofbräuhaus (U-Bahn-Station Marienplatz, Orlandostr.). Leicht angeheitert stimmte der Prophet sein Lied an, und das ging so: „Deutscher Meister wird nur der FCK, nur der FCK, nur der FCK...“; daraufhin lernten wir auch gleich die Schattenseiten des Propheten- und Jüngerlebens kennen, und ...wir flohen. Vor der Heimfahrt am nächsten Morgen besuchten wir zum Weißwurst-Essen das Andechser (oder Andexer?) in der Nähe des Marienplatzes, die Vorliebe für dieses Vergnügen am frühen Morgen bleibt manchen wohl für immer verborgen (man kann auf den leckeren hausgemachten Apfelstrudel mit Vanillesoße ausweichen). Nach einem Kurzbesuch im Karl „Valentin-Musäum“ (für Fans und Nicht-Fans gleichermaßen ein Genuß, Eintritt 0,99 DM für Schüler und Studenten, im Isartor) ging es dann endgültig nach Hause. Abschließend darf man sagen, dass sich auch das Hineinschauen beim Feinkostladen Dahlmeyer (bekannt aus Funk-und Fernsehen) lohnt, gibt es dort doch wirklich tolle Pralinen und vieles mehr (Nähe Marienplatz, Dienerstr.). Außerdem sind (trotz anfänglicher Vorurteile meinerseits) die Münchner ein sehr liebes gemütliches Völkchen und zaubern wahrhaft wundervolles Essen. So wird München sehr schnell zu einem Ort, an dem man sich richtig wohlfühlen kann, so wohl, dass sich unsere Julia überlegt, München zu ihrer neuen Heimat zu machen (die Universität ist angesichts des Essens zweitrangig).

Wir danken Herrn Konrad für dieses tolle Wochenende, wissen wir doch die damit verbundene Arbeit zu würdigen und ihm unser größtmöglichstes Kompliment zu machen: wir hatten rießig viel Spaß!

Eva Trapp