Allez les bleues

Bericht von Heribert Spaßverhinderer und Fasel Scheiß

Qualifikation: Das Trainergespann Blum / Grimme hatte zunächst Probleme, aus fitten und erfahrenen Spielern eine vielversprechende Mannschaft zu formen. Besonders schmerzhaft traf sie natürlich die ernste Verletzung von Sabrina Gelz, doch fand sich mit Christian von der Heyd, dem “enfant terrible” des deutschen Fußballs, ein guter Ersatz vom FC Hebel. So machte man sich schließlich mit 18 Spielern auf den Weg.

Vorrunde: Nach langer Fahrt im Mannschaftsbus mit DJ Nils and his Ghettoblaster erreichte man das Quartier Auberge Bagatelle in Avignon. Diesmal konnte sich der DFB leider keinen Stern leisten.
Das erste Spiel im Stadion von Avignon wurde knapp gegen Saudi-Arabien verloren, ebenso die übrigen Vorrundenbegegnungen. Doch der guten Stimmung im Team tat das keinen Abbruch. Man nutzte den Aufenthalt im südlichen Frankreich für eine kleine Rundfahrt, in der die touristischen Highlights besichtigt werden sollten.
Man entfloh der WM abends, indem in einer kleinen Karaoke-Bar in der leergefegten Innenstadt Avignons lauthals gesungen und geschunkelt wurde. Spielerfrauen wie Birgit, Sandra, Steffi, Simone und Karin begeisterten das einheimische Publikum und den Rest der Elf ebenso wie Hahn-im-Korb-Alex. An den folgenden Tagen bewahrheitete sich die Ankündigung von Herrn Blum, eine WM sei kein Urlaub, sondern “Fortsetzung des Trainings mit anderen Mitteln”. Co-Trainerin Grimme hatte im Vorfeld für die passenden Kopfbedeckungen gesorgt, weiße Kappen für sie und den Bundestrainer.

DFB-Studienfahrt: Ihr erster Weg führte das Team zum Pont du Gard, wo unschuldige Passanten vom Trainer zu komplizierten Gruppenaufnahmen gezwungen wurden. Außerdem besichtigte man die römischen Arenen von Nîmes und Arles. Die nächsten Tage standen wunderschöne Ockerfelsen in Roussillon sowie die beeindruckenden Ruinen von Les Baux auf dem Programm. Petrus hatte es wirklich gut gemeint mit den Spielern, sogar ein Ausflug ans Mittelmeer war drin. Aigues-Mortes - mit vollständig erhaltenem Festungsring - und Ste. Marie de la Mer waren die Stationen. Am Abschlußtag wurde der Mannschaft eine Degustation ermöglicht, bei der man den Wein der Region und ihre Spezialitäten probieren konnte. Zwischenzeitlich kam es zu einer heftigen Meinungsverschiedenheit über den Teamgeist zwischen dem Trainergespann und einigen Spielern, die soweit führte, daß manch einer aus dem Mannschaftsbus ausgestiegen wurde. Nach kurzer Konfliktlösung wurde man wieder eingestiegen. Der Busfahrer “Matula” rauchte eine und fuhr los. Die geplatzten WM-Träume vergaß man endgültig am Abschlußabend in der Stammbar.

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Was dem Team immer in Erinnerung bleiben wird:

- allabendliche Kalutschk-Connection, die sich im ausgefallenen Kartenspiel übte, mit Mirco (der Meister), Valentin, Jürgen, Ferdinand, Karin, Tobias (Kletterer in Les Baux), Nils, Sandra, Julia (bisweilen lernend), Simon (der Handyman, der am 27. September die Wahlergebnisse einholte) und Achim
- ein zu lauter, schlafraubender Transistor
- Herrn Blums Geburtstagstorte von seinem Latein-LK
- alle Bewohner der Auberge mit mehr als 2 Beinen
- der schwarze Nachtwächter, der immer so ernst geschaut und gedroht hat und der Katharina einen mächtigen Schrecken eingejagt hat
- der Fußball von Nils und Tobias, der wohl noch heute irgendwo in der Rhône schwimmt

Fazit: Die Fahrt war trotz magerem Frühstück und gewissen Unstimmigkeiten wirklich amüsant, wir haben viel erlebt und werden die Provence in guter Erinnerung behalten.

Karin Losert und Ferdinand Wedler

Provence Studienfahrer/innen